Zum Inhalt

Milchstrasse fotografieren

Den Sternenhimmel mit der Milchstrasse zu fotografieren, ist ein faszinierendes Erlebnis. In diesem Blog-Beitrag stelle ich Dir wichtige Informationen zusammen, die Du beachten solltest, um von Deinem nächtlichen Ausflug mit tollen Aufnahmen zurückzukehren.

Sternenhimmel über der Gantrischkette

Der Aufnahmeort

Um die Milchstrasse zu fotografieren, musst Du nicht weit verreisen. Zwar wirst Du in den Städten und ihrer näheren Umgebung aufgrund der Lichtverschmutzung den feinen Schleier der Milchstrasse nicht erkennen können, aber auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wirst Du Gebiete mit wenig Lichtverschmutzung und ausreichender Dunkelheit finden, die nicht zu weit von Deinem Wohn- oder Aufenthaltsort entfernt liegen.

In der Region Bern ist das Gantrischgebiet in den Voralpen bei Sternenfotografen besonders beliebt. Es liegt nur eine Dreiviertelstunde mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt und es gibt dort eine ausgediente Panzerplattform auf einer Höhe von ca. 1500 m. ü. M. mit schönem Blick auf eine Gebirgskette. Dieser Ort wird auch von Hobbyastronomen aufgesucht und war schon in einigen Jahren der Austragungsort der «Swiss Star Party». Abgesehen von den Tagen dieser Veranstaltung, an denen sich jeweils viele Astronomen zur gemeinsamen Beobachtung und zum Erfahrungsaustausch treffen, ist man hier in den meisten Nächten aber allein und kann bei klarem Wetter einen beeindruckenden Sternenhimmel geniessen.

In Deiner Nähe findest Du geeignete Aufnahmeorte am besten, wenn Du eine spezielle Karte aus dem Internet zu Rate ziehst, auf dem die Lichtverschmutzung flächendeckend verzeichnet ist.

Die Aufnahmezeit

Wichtiger als die technischen Aspekte ist die Planung der Aufnahmesituation. Dabei helfen ein zuverlässiger Wetterbericht, der Dir Auskunft über sternenklare Nächte gibt, sowie die verschiedenen Apps zur Bestimmung geeigneter Zeitfenster. Empfehlenswert ist zum Beispiel Star Walk 2, das Du Dir kostenlos auf iPhone oder iPad herunterladen kannst.

In den Wintermonaten ist das Fotografieren der Milchstrasse auf der Nordhalbkugel der Erde übrigens nicht möglich. Denn das Zentrum der Milchstrasse erscheint in dieser Zeit erst dann über dem Horizont, wenn die Sonne das Firmament bereits zu sehr beleuchtet. Für das Beitragsbild machte ich mich Ende März des vergangenen Jahres nachts um etwa zwei Uhr auf den Weg ins Gantrischgebiet. Zu dieser Jahreszeit steht die Milchstrasse erst in der zweiten Nachthälfte, und zwar im Südosten, über dem Horizont. Während mehrerer Stunden zieht es dann im Süden über die Gipfel der Gantrischkette hinweg, bis es etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang im Südwesten, infolge der zunehmenden Helligkeit, unsichtbar wird.

Die Ausrüstung

Eine spezielle Kamera benötigst Du nicht, um die Milchstrasse zu fotografieren, aber ein paar Punkte gilt es bei der Zusammenstellung doch zu beachten. Hier eine kurze Liste der benötigten Ausrüstung:

  • Spiegelreflexkamera oder Systemkamera (je lichtempfindlicher der Sensor, desto besser)
  • Weitwinkelobjektiv (Brennweite 24 mm oder kleiner), möglichst mit hoher Lichtstärke
  • Stativ
  • Kabelfernauslöser (oder Funkfernauslöser)
  • warme Kleidung, Handschuhe

Die Kameraeinstellungen

Da sich die Erde unter dem Sternenhimmel fortbewegt, kannst Du nicht beliebig lange belichten, denn sonst werden die Sterne nicht punktförmig, sondern als Streifen auf dem Foto abgebildet. Als Faustregel gilt:

Maximale Belichtungszeit (in s) = 500 / Brennweite (in mm)

Bei einer Brennweite von 24 mm ergibt sich mit dieser Formel demnach eine maximale Belichtungszeit von ca. 20 Sekunden (500 / 24). Aus Erfahrung empfehle ich Dir sogar etwas kürzere Belichtungszeiten, für ein 24-mm-Objektiv z. B. maximal 15 Sekunden.

Um die Belichtungszeit möglich kurz zu halten, fotografiert man in der Regel offenblendig oder nur geringfügig abgeblendet. Bei mehreren Testaufnahmen variiere ich dann die ISO-Empfindlichkeit (und ggf. die Verschlusszeit) so lange, bis die Belichtung der Aufnahmen ausgewogen erscheint.

Die Nachbearbeitung

Die Milchstrasse ist, wie oben bereits gesagt, auch bei nächtlicher Dunkelheit mit blossem Auge nur als recht feiner Schleier erkennbar. Fotografieren sollte man daher stets im RAW-Format, um sich optimale Möglichkeiten für die nachträgliche Bearbeitung der Aufnahmen offenzuhalten. Hierfür eignen sich vor allem die bekannten RAW-Konverter, wie z. B. «Capture One Pro» oder «Adobe Photoshop Lightroom», mit denen man insbesondere die Kontrasteinstellungen bei der Nachbearbeitung opimieren wird.

Schlagwörter:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert